Stations Of The Elevated

Nostalgische Gefühle kommen auf: Als Manfred Kirchheimer 1979 die Graffiti – Kunst der New Yorker Hochbahnen mit seiner Kamera festhielt, war sie schon im Verschwinden begriffen, weil der New Yorker Bürgermeister den Sprayern den Kampf angesagt hatte und die Bahnen so schnell säubern ließ, dass sie keine Chance mehr hatten.

Auch die Jazz-Musik war 1979 ein Anachronismus, denn zur Kultur der schwarzen Sprayer gehörten Rap und Breakdance, nicht die so schöne einlullende Jazzmusik, ohne die der Film eine ganz andere Stimmung hätte.

(…)

Irgendwann fahren die Züge schneller, und in der entgegen gesetzten Richtung werden die Malereien aggressiver: Man sieht in die Mündung eines Revolvers, auf weiße Totenköpfe, auf gewaltige stählerne Brückenkonstruktionen, zwischen denen die Züge durchfahren, auf triste Hochhaussiedlungen aus rotem Backstein, vor denen schwarze Kids spielen, auf einen ausrangierten Panzer mitten auf der Wiese. Das sind die Momente, in denen man spürt, dass es Kirchheimer jenseits aller Ästhetik auch darum ging, das Leben im schwarzen Ghetto zu zeigen, das solche Graffitis entstehen ließ.

(…)

via: MOP-Distribution. Text von: Andrea Dittgen.

(Videolink aktualisiert: 03.12.2013)

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